"Klein Shanghai" in Breitenwang [20/11/2006]
Wie abwechslungsreich eine Karriere in der Plansee-Gruppe sein kann, verdeutlicht das Beispiel eines Mitarbeiters, der 1961 mit einer Lehre als Maschinenschlosser im Metallwerk Plansee begann, nach seiner Meisterprüfung 1969 Vorarbeiter wurde und 1988 in die technische Kundenberatung wechselte. 1995 begann seine internationale Karriere als Geschäftsführer bei Plansee Tizit in Bad Urach/Deutschland. Ab 1997 war dieser Mitarbeiter Geschäftsführer der indischen Plansee Tizit-Aktivitäten in Kalkutta und seit 2002 ist er in der Produktion bei Ceratizit Alserio in Italien beschäftigt.
Als „Klein Shanghai – an jeder Ecke eine Baustelle“ bezeichnete Dr. Michael Schwarzkopf in seiner Festrede den Standort Breitenwang/Reutte, an dem im laufenden Geschäftsjahr rund 95 Millionen Euro investiert werden. Derzeit seien sieben Bauprojekte in der Umsetzung. Spektakulärstes Bauprojekt sei die Erweiterung des Werksgeländes Süd mit 3,5 Hektar, auf dem die neue mechanische Fertigung und der Versand errichtet werden. Schwarzkopf wertete die Investitionen als „klares Zeichen für einen gesunden Standort und ein eindeutiges Signal für zukünftiges profitables Wachstum, das Arbeitsplätze in der Region, aber auch in der Gruppe weiter absichern soll“.
Kurz ließ Schwarzkopf die Entwicklung der Plansee-Gruppe in den vergangenen zehn Jahren Revue passieren – Verfünffachung des weltweiten Umsatzes, Realisierung von derzeit 30 Prozent des Umsatzes in Asien, Verdreifachung der Mitarbeiter und Verdoppelung der Anzahl der Produktions- und Vertriebsstandorte. Und auch im laufenden Geschäftsjahr steuere man wieder auf Rekordzahlen zu. Zu den Erfolgstreibern zählt Schwarzkopf die gute Konjunkturentwicklung, die gezielte Internationalisierung und die dezentrale, auf unternehmerischer Verantwortung aufgebaute Führungsstruktur.
Genau dieser Punkt der Plansee-Führungsphilosophie sei in diesem Jahr „von einigen wenigen Mitarbeitern schwer missbraucht worden“, erinnerte Schwarzkopf an den Fall der Werksspionage, der das Unternehmen seit dem Frühjahr beschäftigt. Er kündigte an, die Werkssicherheit gruppenweit neu auszurichten, einheitliche Verhaltensregeln zu verabschieden, Mitarbeiter in sicherheitsrelevanten Themen zu sensibilisieren und zu schulen und bei Verstößen konsequenter als bisher zu handeln. Gleichwohl bekräftigte er, an den bisherigen Führungsprinzipien festhalten zu wollen, um auch weiterhin als weltweit attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.
„Neue Wege beim Thema Sicherheit und die Einführung eines verbindlichen Verhaltenskodex für alle Mitarbeiter werden das Unternehmen für die globalen Herausforderungen stärken, weniger verletzbar und uns alle noch stolzer machen, für eine Industriegruppe mit hohen moralischen Ansprüchen zu arbeiten“, zeigte sich Schwarzkopf sicher.
Die Plansee-Gruppe ist mit den Unternehmensbereichen Plansee Hochleistungswerkstoffe, Ceratizit und PMG einer der weltweit führenden Hersteller von pulvermetallurgischen Produkten und Komponenten. Die Plansee-Gruppe ist mit 62 Gesellschaften in 22 Ländern präsent und erzielte im Geschäftsjahr 2005/06 ohne Berücksichtigung der Anteilsverhältnisse mit 8.500 Mitarbeitern einen Umsatz von über 1,3 Milliarden Euro.
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