Chefin in China

Die breite Produktpalette ist eine echte Herausforderung für leistungsfähige IT- und Finanzprozesse: Seit 2015 ist Charis Heuzé CFO bei CB Ceratizit in Xiamen.

Es ist wie eine Karriere aus dem Bilderbuch: Sechs Jahre lang hat Charis Heuzé bei Deloitte gearbeitet, davon vier Jahre in der Wirtschaftsprüfung. Damit war sie gut gerüstet dafür, zu ihrem Kunden Ceratizit als Group Finance Manager zu wechseln. „Damit hatte ich das zurück, was mir als Projektmanager bei Deloitte mit der Zeit gefehlt hat: die operative Arbeit, den Umgang mit Zahlen und auch wieder mehr Zeit für Familie und Freizeit“, lacht Heuzé. Neun Jahre arbeitet Heuzé bei Ceratizit. Spannende Jahre. Sie baut das Reporting auf. Fast im Jahresrhythmus eröffnet Ceratizit Vertriebs­niederlassungen. Im Jahr 2010 wird ein Joint-Venture mit dem Unternehmen CB Carbide gegründet, das mehrere Produktionsstandorte in China und Taiwan hat. Heuzé ist von Anfang an dabei – zunächst bei der Due Diligence, dann bei der ersten Konsolidierung sowie bei der ersten Wirtschaftsprüfung.

Auf eigenen Beinen stehen
Im Herbst 2014 wird der Posten des CFO bei CB Ceratizit in Xiamen, China, frei. Heuzé bekommt ein Jobangebot. „Das Leben dort konnte ich mir gut vorstellen“, meint Heuzé. „Ich hatte ja schon seit Jahren engen Kontakt zu den Kollegen von CB und war schon etliche Male in Xiamen“, so Heuzé.
Und auch privat ist sie Mobilität gewohnt. In Leipzig (Deutschland) geboren, Finanzwesen und Controlling in Frankreich studiert, später in Luxemburg gearbeitet, in Belgien gelebt. Auch die Tochter ist mittlerweile flügge. „Oft essen wir gemeinsam, via Skype. Damit sind die 10.000 Kilometer zwar nicht weg, aber sie schrumpfen gewaltig“, so Heuzé.
Seit Kurzem hat sie den chinesischen Führerschein und kämpft sich seitdem ohne Chauffeur durch den täglichen Verkehrswahnsinn. Und auch sprachlich steht sie immer mehr auf eigenen Beinen: „Die ersten Chinesischkurse habe ich schon in Luxemburg gemacht und im Alltag komme ich mit der Sprache immer besser klar.“

Vielfältige Produkte
Und wie ist das so, Finanzchefin in China? „Man muss schon sehr genau darauf achten, welche Ziele man ausgibt“, so Heuzé. Denn die Motivation der Mitarbeiter ist riesig und sie geben alles, um einen Auftrag zu erfüllen. Da wird schon einmal bis zum frühen Morgengrauen gearbeitet.
Ob sich der Zahlenmensch Heuzé auch für die Produkte von Ceratizit interessiert? „Oh ja, denn das breite Produktprogramm macht unsere IT- und Finanzprozesse so vielfältig und komplex“, schmunzelt Heuzé. Denn die Ceratizit-Gruppe produziert an mehreren Standorten weltweit. Und die Produkte werden über zahlreiche teils sehr kleine Vertriebsbüros verkauft.

Im Unternehmen sichtbar werden
„Vor allem bei den Soft Skills habe ich bei den Ceratizit-Führungskräftetrainings viel dazugelernt, man steigt ja zunächst aufgrund technischer Fähigkeiten auf“, so Heuzé. Mit der Zeit habe sie so gelernt, auch unangenehmes Feedback zu geben und angemessen in Krisensituationen zu reagieren. Eine gute Übung waren die Präsentationen beim Vorstand. „Das hilft einem schon, sichtbarer im Unternehmen zu werden.“ Heute profitiert sie vor allem vom Netzwerk in der gesamten Plansee-Gruppe, das sie bei den Trainings geknüpft hat. „Das ist schon eine sehr gute Basis, um komplexe Finanz- und IT-Projekte wesentlich erfolgreicher umzusetzen“, ist Heuzé überzeugt.