Kreativität und Ingenieurskunst

Auf jeder Turbinenwelle sorgen die Schwalbenschwanznuten für eine genaue Positionierung der Leitschaufeln. Die Fräser sind eine gemeinsame Entwicklung von Weingärtner Maschinenbau und des Hartmetallspezialisten Ceratizit.
Auf jeder Turbinenwelle sorgen die Schwalbenschwanznuten für eine genaue Positionierung der eitschaufeln. Die Fräser sind eine gemeinsame Entwicklung von Weingärtner Maschinenbau und des Hartmetallspezialisten Ceratizit.

Eine 60 Tonnen schwere Turbinenwelle wird für ein Drittel der bisherigen Kosten komplett in einem Arbeitsgang bearbeitet.

Die Aufgabe war herausfordernd: Eine große Turbinenwelle mit neuer Geometrie für Gaskraftwerke sollte in einem Arbeitsgang bearbeitet werden. Die Lösung dafür erforderte viel Kreativität und Ingenieurskunst – sowohl beim Bau der Bearbeitungsmaschine als auch bei der Auslegung des Werkzeugs. Dabei arbeiteten zwei österreichische Unternehmen Hand in Hand: Der Maschinenbauer Weingärtner baute das riesige Bearbeitungszentrum. Und der Hartmetallexperte Ceratizit lieferte das Bearbeitungskonzept inklusive aller Schlüsselwerkzeuge. Die enge Zusammenarbeit der beiden Unternehmen trug erfreuliche Früchte: Strebte das Projektteam zunächst eine Halbierung der bislang üblichen Bearbeitungskosten an, so konnten diese im Projektverlauf sogar auf ein Drittel reduziert werden.
Weingärtner erhielt den Auftrag, weil es gelang, das bestehende Bearbeitungszentrum erheblich zu vergrößern – ein klarer Vorsprung im Wettbewerb. „Bis dahin war das Werkstückgewicht zwischen Futter und Reitstock auf maximal 30 Tonnen begrenzt. Wir haben es auf 60 Tonnen verdoppelt und ermöglichen größere Drehdurchmesser von „bis zu zwei Metern“, so Werner Pommer, Technik und Vertrieb bei Weingärtner.
Für die Bearbeitung des Rohteils aus hochfestem, legiertem Stahl entwickelte Ceratizit das Fräskonzept. „Zu den Zielen gehörten hohe Formgenauigkeit, Prozesssicherheit, lange Standzeiten sowie eine hohe Produktivität“, so Peter Uttenthaler, Vertrieb Ceratizit. Ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Auswahl des Werkzeuglieferanten war zudem, dass die Verfügbarkeit aller Werkzeuge zu jedem Zeitpunkt sichergestellt ist. Dafür hat Ceratizit ein Logistikkonzept entwickelt, das auf drei Säulen basiert: Eine rollierende Vorschau zum Werkzeugbedarf des Kunden. Die Disposition der benötigten Werkzeuge bei Ceratizit im Logistikzentrum in Kempten und in der Ceratizit-US-Niederlassung. Last not least ein Nachschleifservice, der über das Tochterunternehmen Promax Tools in Kalifornien angeboten wird.

Peter Uttenthaler und Werner Pommer vor dem „Giganten“ unter den Bearbeitungszentren: Er fasst Werkstücke mit bis zu zwei Metern Durchmesser und einem Gewicht bis zu 60 Tonnen.
Peter Uttenthaler und Werner Pommer vor dem „Giganten“ unter den Bearbeitungszentren: Er fasst Werkstücke mit bis zu zwei Metern Durchmesser und einem Gewicht bis zu 60 Tonnen.
Training für Kunden: Johannes Duller (4. von rechts) leitet die Tooling Academy von CB Ceratizit in Tianjin/China.