Grenzenlose Werkstofflogistik

Die Plansee-Gruppe setzt bei der Exportkontrolle auf unterstützende Software und Schulungen der Vertriebsmitarbeiter.

Jedes Geschäft wird überprüft, bevor die Produkte ausgeliefert werden.
Jedes Geschäft wird überprüft, bevor die Produkte ausgeliefert werden.

Direktlieferungen

Gewissenhaft erfasst Patricia Roth die Bestellung des Kunden im System. Da der Kunde neu ist, legt die Vertriebsmitarbeiterin zunächst die Stammdaten an. Das System speichert anstandslos. Anschlie- ßend erfasst Patricia Roth das bestellte Produkt. Da die Exportkontroll-Software täglich mit den neuesten Änderungen der internationalen Sanktionslisten aktualisiert wird, ermöglicht sie eine effiziente und laufende Überprüfung aller Geschäftspartner im Hintergrund. Dabei kann das System schon einmal darauf hinweisen, dass dieser Geschäftsfall genauer zu prüfen ist, ob alle exportkontrollrechtlichen Vorschriften in Bezug auf Sanktionslisten, Embargoländer und Endverwendung (z.B. Dual Use) eingehalten wurden.

Doppelter Verwendungszweck

Dual Use bezieht sich auf Produkte mit doppeltem Verwendungszweck. Der Begriff wird überwiegend in der Exportkontrolle angewendet und bezeichnet die prinzipielle Verwendbarkeit eines Wirtschaftsguts sowohl zu zivilen als auch zu militärischen Zwecken. Dabei ist es egal, ob das Wirtschaftsgut eine Maschine, eine Software, eine Technologie oder eben, wie bei Plansee, ein Produkt aus den Hochtechnologiewerkstoffen Molybdän oder Wolfram ist.

Beschleunigung der Abläufe

Die Plansee-Gruppe ist sich ihrer Verpflichtung hinsichtlich Exportkontrolle im Sinne der internationalen Sicherheit bewusst und schreibt dies auch im Verhaltenskodex nieder. Schließlich kann ein Verstoß gegen das Exportkontrollrecht nicht nur rufschädigende Auswirkungen für ein Unternehmen mit sich bringen, sondern auch zu zivil- und strafrechtlichen Folgen führen.
Die Vertriebsmitarbeiter der PlanseeGruppe prüfen im Detail Empfänger, Endverwender, Produkt und Verwendungszweck. In dem beschriebenen Fall stellt sich heraus, dass das Produkt in der bestellten Abmessung und Qualität tatsächlich in eine Dual-Use-Kategorie fallen könnte. Allerdings kann der Kunde auf Nachfrage die Anwendung schlüssig erklären und in einer Endverbleibserklä- rung garantieren.
Das in der Plansee-Gruppe implementierte System nimmt den Vertriebsmitarbeitern wie Patricia Roth jede Menge Arbeit ab. Völlig unauffällig prüft es bei der Erfassung von jedem Auftrag zahlreiche Kriterien: Steht der Kunde oder ein verbundenes Unternehmen auf einer Sanktionsliste?
Ist die Lieferung in ein Embargoland vorgesehen? Aus diesen Kriterien ergeben sich zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten und dazu kommt noch, dass sich Sanktionslisten oder Embargoländer ständig verändern. „All das kann kein Vertriebsmitarbeiter ständig im Kopf haben“, so Sandra Horninger, Leiterin Trade Affairs und Export Compliance bei der Plansee-Gruppe. „So entlastet die Software nicht nur unsere Mitarbeiter im Vertrieb. Wir schützen damit auch uns und unsere Kunden und beschleunigen unsere Abläufe.“ Doch die Plansee-Gruppe möchte sich bei der Exportkontrolle nicht ausschließlich auf Systeme verlassen. In Schulungen werden Mitarbeiter aus dem Vertrieb und anderen Bereichen dafür sensibilisiert, wann bei einem Auftrag Vorsicht geboten ist: Wenn die angefragten Produkteigenschaften nicht zu den sonstigen Tätigkeiten des Kunden passen. Wenn der Kunde auf einer ungewöhnlichen Transportroute besteht. Oder wenn sich der Kunde keinerlei Aussagen über die Verwendung des Produkts entlocken lässt. Für Sandra Horninger ist klar: „Die Sensibilisierung der Mitarbeiter der Plansee-Gruppe ist besonders wichtig, um als international tätiges Unternehmen eine funktionierende Exportkontrolle gewährleisten zu können.“